Frau mit Blumen
„Ich bleibe selbstständig und bekomme da Hilfe, wo ich sie benötige.”

Zusammenfassung der grundsätzlichen Möglichkeiten für die
legale Beschäftigung von Pflegepersonal aus Osteuropa

Das effektivste, legale Instrument ist zur Zeit die "Entsendung" von Personal einer EU-osteuropäischen Firma in den deutschsprachigen Raum im Rahmen der EU-Dienstleistungsfreiheit, die bereits EU-weit gilt und deren mögliche Beschränkung ("Herkunftslandprinzip") im Moment Gegenstand der politischen Diskussion ist: innerhalb der EU kann jeder ein Unternehmen in einem EU-Mitgliedsland mit der Erbringung von Dienstleistungen (Handwerker, Montagen, Reparaturen, Programmierung, Werbung, ... auch: häusliche Pflege und Betreuung) beauftragen. Das betreffende Unternehmen erbringt die Dienstleistung dann mit eigenem, d.h. in dem osteuropäischen Land bei dem Unternehmen beschäftigten (dort steuerlich und sozialversicherungsrechtlich gemeldetem) Personal, an dem vereinbarten Ort, also in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Liechtenstein. Vertragspartner sind die jeweiligen Haushalte und das entsendende Unternehmen, das monatlich nachschlägig eine Rechnung erstellt, die dann jeweils direkt an das Unternehmen zu bezahlen ist.

Wir haben zwischenzeitlich zehn derartige Entsendungsunternehmen in Polen, Ungarn, der Slowakei Tschechien und Rumänien nach von uns vorgegebenen Qualitätsstandards auf deren Zuverlässigkeit geprüft und die Erfahrungen sind bislang ausschließlich positiv. Wir und die von uns überprüften Unternehmen gewährleisten, dass alle über uns vermittelten Personen die nach EU-Recht vorgeschriebenen und EU-weit harmonisierten Entsendungsdokumente (Form A 1: Melde-Nachweis des Sozialversicherungsträgers im Heimatland und EHIC, Europäische Krankenversicherungskarte) mit sich führen bzw. diese kurzfristig nachgereicht werden (die Ausstellung der Dokumente dauert in manchen Ländern bisweilen bis zu 4 – 6 Wochen).

Die entsendeten Personen (i.d.R. Damen mit eigenen Familien im Heimatland) werden etwa alle 2 - 3 Monate, manchmal auch erst nach 6 - 9 Monaten abgelöst, je nach Art und Schwere der Tätigkeit und den jeweiligen persönlichen Verhältnissen. Die Ablösung erfolgt in aller Regel in einem festen 2er-Team, damit die Bezugspersonen immer gleich bleiben. Die Damen erhalten freie Kost und Logis, wohnen und leben im Haushalt wie Familienangehörige.

Auf der Kostenseite müssen Sie für eine solche Versorgung mit den folgenden Kosten pro Monat rechnen:

reine hauswirtschaftliche Tätigkeiten: 1.750,00 - 1.850,00 EUR
zusätzlich leichte pflegerische Aufgaben: 1.800,00 - 1.950,00 EUR
zusätzlich schwierige pflegerische Aufgaben: 1.950,00 - 2.300,00 EUR
examinierte Krankenschwester: 2.200,00 - 3.000,00 EUR
schwierige pflegerische Aufgaben bei Doppelpersonen: 2.600,00 - 3.500,00 EUR
Zuschläge (monatlich):  
Mittlere bis schwere Demenz/Alzheimer 100,00 - 250,00 EUR
Alzheimer mit aggressiven Phasen keine Betreuung möglich
Sterbebegleitung über längere Zeit 300,00 EUR
Sehr gute Deutsch-Kenntnisse
(bspw. durch Germanistik-Studium)
200,00 EUR
Führerschein mit aktiver Fahrpraxis 50,00 EUR

Bei diesen Kosten ist bereits der von der Bundesregierung für Deutschland beschlossene Mindestlohn für pflegerisch-betreuend Tätige berücksichtigt, der seit August 2010 verbindlich in Kraft sind. Hinzu kommen noch die monatlichen Kosten für Unterkunft und Verpflegung, sowie die An- und Abreisekosten für die Damen.
In unseren neuen Dienstleistungsverträgen mit den ausländischen Unternehmen sind die seit Mitte 2009 EU-weit verbindlich geltenden Mindestarbeitsbedingungen und Arbeitsschutzbestimmungen berücksichtigt.

Alle Regelungen gelten analog für die Länder Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien und der mit der EU assoziierten Schweiz sowie Liechtenstein.

Wir übernehmen dabei die komplette Abwicklung vom ersten Kontakt bis zum Dienstantritt der ersten Dame, organisieren und überwachen die Personalwechsel und sind Ihr Ansprechpartner, falls es mit dem Vertragsunternehmen zu Differenzen oder Unklarheiten kommen sollte. Für diese Dienste erlauben wir uns eine einmalige, erfolgsabhängige Aufwandspauschale zu berechnen, die in der Regel in zwei Raten mit dem ersten Dienstantritt und mit dem ersten Wechsel fällig wird.

Nur für Deutschland: Wir haben eine zweite, ebenfalls legale, Möglichkeit mit einem Korrespondenzunternehmen in Polen entwickelt, der für uns entsprechendes Personal ausschließlich aus der in Polen lebenden deutschen Minderheit rekrutiert und nur für Dauerkräfte für eine längerfristige Beschäftigung sinnvoll in Frage kommt. Dieser Personenkreis verfügt sowohl über die polnische als auch die deutsche Staatsangehörigkeit, darf in Deutschland unbeschränkt ein Beschäftigungsverhältnis annehmen und unterliegt keinen ausländerrechtlichen, sozial-, arbeitsrechtlichen oder sonstigen Beschränkungen. Dem Arbeitgeber (in diesem Falle Ihnen) obliegt dabei die Pflicht zur Anmeldung und Abführung von Lohnsteuer und Sozialversicherung, wobei zu beachten ist, dass die Kost- und Logisgewährung als lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtige "Lohnersatzleistung" nach Pauschalsätzen zusätzlich abgabenpflichtig ist. Insgesamt liegt die monatliche Belastung für Sie in etwa in der Größenordnung der Entsende- Alternative (etwa 1.650,00 brutto Mindestlohn West + Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Bruttoaufwand mindestens ca. 2.000,00 €). Allerdings nimmt diese Variante etwas mehr Bearbeitungszeit in Anspruch und die Vermittlungskosten belaufen sich auf insgesamt etwa 2.700,00 € für unseren Aufwand und das Honorar unseres polnischen Korrespondenzunternehmens.

Nach Wegfall der deutschen Arbeitsmarktregulierungen für die im Mai 2004 zur EU beigetretenen osteuropäischen Länder (CZ, EST, HU, LT, LV, PL, SK) ab dem 30.04.2011 werden alle Arbeitnehmer aus diesen Ländern die Möglichkeit haben direkt im haushaltsnahen Bereich beschäftigt werden zu können ohne dass es der Zustimmung der Bundesagentur oder einer anderen Behörde bedarf. Wir werden rechtzeitig vorher über unsere Korrespondenzunternehmen gezielt Personen für solche Tätigkeiten anwerben, die mindestens einen Arbeitsvertrag von 12 Monaten in Deutschland eingehen wollen.

Nur für Deutschland: Seit dem 01.01.2005 dürfen Haushaltshilfen aus bestimmten osteuropäischen Ländern (BG und RO) [wieder] offiziell in deutschen Haushalten beschäftigt werden, wenn das Verfahren über der Bundesagentur abgewickelt wird und bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Voraussetzungen sind:

  • im Haushalt muss eine Person mit Pflegestufenanerkennung leben,
  • ein tariflicher Mindestarbeitsvertrag (je nach Bundesland (Ost/West) zwischen 1.550,00 € und 1.650,00 € brutto, 38,5 h/Woche, bezahlter Urlaub von 2 Tagen/Monat, max. Abzug f. Kost/Logis v. 370,00 €, etc.) muss abgeschlossen werden,
  • die Zustimmung der lokalen Arbeitsagentur muss vorliegen.

WICHTIG: Zum Schutz der Pflegedienstleister in Deutschland dürfen diese Frauen keine Pflegeleistungen im Sinne der Pflegeversicherung übernehmen!

Der Verfahrensablauf in Kürze:
Meldung eines entsprechenden Stellenangebots an die lokale Arbeitsagentur, die an die Zentralstelle (ZAV) in Bonn meldet, diese wiederum Kontakt mit den korrespondierenden Arbeitsverwaltungen der Wunschherkunftsländer aufnimmt, die dann im Heimatland anwerben und mehr oder weniger aussagekräftige Unterlagen nach Deutschland übermitteln, die dann wieder von der lokalen Arbeitsagentur ausgereicht werden. Über die zeitliche Dauer sollte man sich allerdings keine Illusionen machen (dafür ist dieser "Service" kostenlos).

Eine Variante dieses Verfahrens besteht darin, dass man sich im Vorfeld bereits von einer entsprechenden Kraft überzeugt hat. Diese Wunschkandidatin kann namentlich und mit Anschrift im Verfahren benannt werden, Voraussetzung ist, dass die betreffende Dame im Heimatland der dortigen Arbeitsverwaltung bereits als arbeitssuchend bekannt ist. Dieses Verfahren ist etwas schneller (ca. 4 bis 8 Wochen, je nach Situation bei der lokalen Arbeitsagentur und dem Zustand der Arbeitsverwaltung im Herkunftsland) und sicherer als das anonyme. Wir können hier mit der Vorab-Vorlage entsprechender Personalprofile, z.T. mit Referenzen aus dem D-A-CH-Raum versehen, gerne weiterhelfen und das Verfahren begleiten und ggfs. beschleunigen, wofür wir eine einmalige Aufwandspauschale von 952,00 € erheben (476,00 € bei Profilvorlage, 476,00 € bei Arbeitsantritt).